Serie: Petrusworte
Ausgangspunkt für die Frage von Petrus war eine Rede von Jesus zum Thema Vergebung:
Matthäus 18, 15-18
"Wenn dein Bruder – und das gilt entsprechend für die Schwester – ein Unrecht begangen hat, dann geh hin und stell ihn unter vier Augen zur Rede. Wenn er mit sich reden lässt, hast du ihn zurückgewonnen. Wenn er aber nicht auf dich hört, dann geh wieder hin, diesmal mit ein oder zwei anderen; denn jede Sache soll ja aufgrund der Aussagen von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Wenn er immer noch nicht hören will, dann bring die Angelegenheit vor die Gemeinde. Wenn er nicht einmal auf die Gemeinde hört, dann behandle ihn wie einen Ungläubigen oder Betrüger."
Wieder einmal prescht Petrus vor und stellt die Frage:
Matthäus 18,21:
"Wie oft muss ich meinem Bruder, der an mir schuldig geworden ist vergeben? Ist 7x genug?"
Wie ist diese Frage einzuordnen? Was steckt dahinter? Warum nennt Petrus in diesem Zusammenhang gerade die Zahl 7?
Der Ansatz liegt in Lukas 17,4. Irgendwo ist Schluss. Reue muss schliesslich auch Besserung zeigen. Der Mensch muss sich verändern. Irgendwann einmal geht unser Geduld zu Ende. Zur Zeit Jesu hatten die Pharisäer eine Regel aufgestellt (Talmut) nach der man einem Menschen nur 3x vergeben musste - und nicht mehr. Diese Regel war auf Amos 1,3+6+9 gestützt. Die Menschen lebten in der Vorstellung, dass Gott nur 3x vergibt. Schlussfolgerung war, dass auch wir Menschen lediglich 3x vergeben müssen. Petrus erkennt: 3x vergeben, das schaff ich noch und erhöht sogar auf 7x. Wenn Petrus also nach 7x fragt, dann ist er "päpstlicher als der Papst". Gott vergibt 3x ... und der Petrus frägt nach 7x.
In der Folge erteilt Jesus dem Petrus eine Mathematikstunde: "Nicht 7x, sondern 70 x 7x". Mit diesem Wortspiel zeigt Jesus auf, dass wir immer vergeben sollen. Es ist keine Frage der Anzahl oder Menge. 70x7x Das kann keiner nachrechnen. Da bekommt man Schwierigkeiten mit der Buchführung. Da komme wir nicht mit. Man sieht hier förmlich den Petrus in sich zusammenbrechen.
Dann erzählt Jesus das Gleichnis vom unbarmherzigen Schuldner. Es geht um das Rechnen im Blick auf Vergebung. Und es geht um die Frage, ob wir verstehen, wie enorm die Gnade ist, die uns selber von Gott zuteil wird.
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