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Gesetz und Moral prägen das Leben gewisser Christen. Auf alle Fragen und auf jede Situation wissen sie eine
Antwort. Den Willen Gottes haben sie voll im Griff. Nie machen sie etwas falsch. Der Sünde scheinen sie
total enthoben. Ob solchem Gehabe ist es nicht verwunderlich, dass die breite Öffentlichkeit mit dem
christlichen Glauben nicht mehr viel zu tun haben will. Dabei ist das Leben dieser vorhin beschriebenen
Christen ganz auf das ausgerichetet, was «man nicht tun darf». Die Angst etwas Falsches zu tun, lähmt sie.
Anstatt mit der verändernden Kraft des Evangeliums zu rechnen und entsprechend zu handeln, setzen sie
ganz auf den Halt des Gesetzes. Als ob das Gesetz für uns am Kreuz gehangen und für uns gestorben sei.
Das entspräche der Umkehrung unserer Weltgeschichte. Zuerst brav sein, und dann angenommen werden.
Ist Gott ein Schulterklopfer? Irrtum! Gesetz und Moral sind untaugliche Mittel, um Gott gefallen zu können.
Sie retten niemanden. Im Gegenteil. Die Gesetze Gottes zeigen unsere Verlorenheit auf. Sie machen unsere
Distanz zu Gott deutlich. Jesus Christus hat im Gegensatz dazu, sein Leben für uns gegeben. Das ist ein
gewaltiger Unterschied. Wir müssen vor Gott keine Leistung erbringen und wir müssen ihm auch nichts
beweisen. Wir dürfen uns von ihm beschenken lassen. Hier liegt das Besondere: Was wirklich nötig
gewesen ist, hat Gott in seiner Liebe selber getan. Unser Tun ist nicht ausgeschlossen, aber es ist auch
nicht Vorgabe oder gar Preis. Römer 3,21 «Gott hat selber dafür gesorgt, dass die Menschen vor ihm
bestehen können. Er hat das Gesetz beiseite geschoben und will die Menschen annehmen, wenn sie einzig und allein auf das vertrauen, was er durch Jesus Christus getan hat.»