Gott mag Bauern nicht

 

Hast Du Dir auch schon überlegt, warum Gott das Opfer von Abel dem von Kain vorgezogen hat? Eine krasse Ungerechtigkeit. Zwei tun dasselbe, aber Gott nimmt das eine Opfer an und lehnt das andere ab, so wird uns in der Bibel berichtet. Da muss es ja zu Eifersucht und in der Folge zum Eklat kommen. Warum hat Gott so gehandelt? Es liegt auf der Hand: Der eine war ein Ackerbauer  und der andere Jäger. Es mag einem nicht wichtig erscheinen, wer von beiden welchen Beruf hatte, aber es wird explizit erwähnt und ist damit ein starker Hinweis im Bericht von Kain und Abel (1.Mose 4,1-16) zur Beantwortung der gestellten Frage.  Konsequenz: Gott liebt die Bauern nicht.

In etwa so argumentierte ich damals. Ich versuchte die Anwesenden mit dieser Provokation in ein Gespräch zu verwickeln um einen ganz neuen Zugang zum biblischen Text aufzuschliessen. Selbstverständlich erlöste ich im Laufe der Diskussion meine Gegenüber und verwies auf die Interpretation der Ereignisse im Neuen Testament:

Weil Abel an Gott glaubte, war sein Opfer besser als das seines Bruders Kain. Gott nahm sein Opfer an, und Abel fand Gottes Anerkennung. Obwohl Abel schon lange tot ist, spricht er so noch heute zu uns und zeigt uns, was es heißt, Gott zu vertrauen.

Hebräer 11,4

So weit so gut. Es schien alles in Ordnung … bis, nach etwas mehr als einem Jahr, der Hauptpastor zu mir kam und mich auf diese Sache ansprach: “Du hast erzählt, dass Gott die Bauern nicht gern hat. Die Leute von dieser Gruppe möchten nicht mehr, dass Du zu ihnen kommst.” Ich war völlig platt. Meine Provokation ist scheinbar unvergährt hängen geblieben. Meine Gegenüber hatten nach “Gott hat die Bauern nicht gern” einfach abgeschaltet.  Erst jetzt, nach so langer Zeit und vielen Besuchen kam es zum Vorschein. Der Mist war geführt. Eine Aussprache gab es nicht.